Stockfotografie

Viele Fotografen, die ihr Hobby intensiver betreiben und sich mit der Zeit eine teure Ausrüstung zugelegt haben, überlegen irgendwann einmal, ob sie nicht mit ihrem Hobby nebenbei Geld verdienen können. Die gleichen Gedanken gingen mir damals auch durch den Kopf und nach einer gründlichen Internetrecherche entschied ich mich für den Verkauf meiner Fotos an Microstockagenturen. Auch wenn die Einnahmen bei einem Einzelbild von rund 25 - 50 US-Cent im ersten Moment äußerst mickrig erscheinen, macht es tatsächlich die Masse, da man ein Bild tausende Male verkaufen kann. So

verkaufte ich das Bild einer Menschenmenge in Bewegungsunschärfe, die in London die Kreuzung Oxford Circus überquert, bei den Agenturen Shutterstock und Fotolia, jeweils fast 2000 mal.

 

Auf das Thema stieß ich, nachdem ich den Bilddatenbestand der großen Agenturen danach analysierte welche Themen besonders verkäuflich sind. Da ich Fotos mit Bewegungsunschärfe liebe und schon seit einiger Zeit, meist mit Hunden, praktiziert hatte, lag es nahe mich auch auf dem Gebiet auszutoben. Bei einem Urlaub mit meiner Tochter in London, während sie sich in der Modeabteilung bei H&M austobte, war ich fasziniert von den Massen die die Kreuzung bei Grün überquerten und ich nutzte die Zeit, indem ich die Kamera mangels mitgeführtem Stativ an einen Laternenpfahl presste und solche Fotos schoss. Mittlerweile habe ich so einige Bilder dieser Machart, die immer wieder Verkaufserfolge zeitigen.

 

Das obige Bild habe ich übrigens in einer Handy-Quiz-App und in einer Fotozeitschrift in einem Artikel über Fotothemen entdeckt.

 

Obwohl ich nicht unbedingt die typischen Microstockfotos mache, wie telefonierende Geschäftsfrauen, händeschüttelnde Geschäftsmänner und glückliche Kinder, Frauen und Familien, habe ich meinen Platz in der Agenturszene gefunden. Mit den Stadtthemen in Bewegungsunschärfe,

Reise-, Hunde-, oder diversen anderen Fotos habe ich immer wieder Motive gefunden, die sich gut verkaufen lassen.

 

Trotzdem sind nach wie vor Fotos mit Menschen am Gefragtesten. Der Zeitgeist wandelt sich aber. Nach den Jahren der gestellten Fotos geht der Trend hin zu mehr Natürlichkeit in den Fotos. Bilder sind gefragt, die das wahre Leben widerspiegeln. Nicht zuletzt ist dieser Trend durch den typischen frechen Fotostil beeinflusst worden, den man auf Instagram und co wieder findet.

Ich fange gerade damit an, mich in das Fotografieren von Menschen einzuarbeiten.

 

Derzeit zählen Shutterstock, Fotolia, istockphoto (Getty) und dreamstime (in der Reihenfolge der Höhe meiner Verkäufe) zu meinen wichtigsten Agenturen, welche auch gleichzeitig die Platzhirsche im Microstockbereich sind. Bei Shutterstock muss man zur Aufnahme 10 gute Fotos mit unterschiedlichen Motiven in hervorragender Qualität vorlegen. Es kann da schon mal ein paar Versuche kosten bis es klappt. Bei den anderen Agenturen ist es meist einfacher angenommen zu werden.

Bei Microstockagenturen erhält man üblicherweise keine Informationen darüber wer das Foto zu welchem Zweck gekauft hat. Es ist etwas schade, da es ein wunderbares Gefühl ist seine eigenen Fotos in irgendwelchen Publikationen zu sehen. Bei den Hundefotos ist es bei mir am Einfachsten, da ich sie regelmäßig beim Durchblättern von Hundezeitschriften entdecke. Aber auch andere Bildverbleibe sind mir bekannt. Außer Zeitschriften war es einmal ein Buchtitel, ein CD-Cover, diverse Kalender, Postkarten und anderes.

 

Hauptsächlich mit Hundefotos habe ich es auch mit Macrostockagenturen ausprobiert und zwar bei der Tierfotoagentur und bei der Agentur Juniors. Bei beiden hatte ich ein paar Verkäufe.  Zwar erscheinen die Einnahmen pro Bildverkauf in Höhe von 20.- - 50.- Euro je Bild erst mal wesentlich lukrativer, aber im Endeffekt waren die Verkäufe, zumindest bei mir, so sporadisch, dass ich kein nennenswertes Einkommen damit erzielen konnte. Zudem habe ich auch bei Shutterstock hin und wieder über erweiterte Lizenzen Einzelbildverkäufe in Höhe von um die 70 US-Dollar.

 

Wer sich ebenfalls für die Stockfotografie interessiert kommt im deutschsprachigen Raum nicht an Robert Kneschke (aus dem Alltag eines Fotoproduzenten) vorbei.  In seinem Blog klärt er über alle Facetten der Stockfotografie auf, analysiert und vergleicht die verschiedensten Agenturen, beschreibt wie man am besten an Models kommt und legt auch offen was er mit den Agenturen im einzelnen verdient. Das ist schon einzigartig und ich denke, dass das Buch das er herausgebracht hat ebenfalls klasse ist. Ich habe es nicht gelesen, da ich mich selbst mit dem Thema sehr gut auskenne, aber nach Studium des Inhaltsverzeichnisses und dessen, was ich von seinem Blog kenne, kann es nur gut sein. Die Informationen sind wirklich umfassend und breit gefächert. Ich kann seinen Blog nur empfehlen und denke dass das Buch auch sein Geld Wert sein wird.